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Poesie: Rumi
Poesie: Rumi - Mathanwi
Poesie: Rumi - Diwan

Mohammad Dschalaleddin Rumi auch Moulana oder Moulawi genannt, ist der größte mystische Dichter des Islam. Er wurde am   26.09.1207 in Balch (Khorasan) geboren. In jugendlichem Alter wanderte er mit seiner Familie aus, um der mongolischen Invasion zu entgehen und ließ sich im Anschluss an der Hajj schließlich in  Konya (Ostrom) nieder. Dort starb er am 16.12.1273.

Sein Vater, Baha'uddin Walad, war ein angesehener persischer Prediger, Jurist und Sufi aus Balch, dessen spirituelle Linie auf Ahmad Ghazali zurückgeführt wird. Seine Mutter Mo'meneh aus dem Geschlecht der Charazmshah.

Die Familie traf auf ihrer Wanderung auch den großen Sufi Farideddin Attar in Nischapur, der dem jungen Rumi bei dieser Begegnung sein Werk Asrarname (Das Buch der Geheimnisse) übergab. Im späteren Verlauf dieser Wanderung heiratete Rumi im Alter von 21 Jahran Gowhar, die Tochter eines Gelehrten aus Samarkand. Rumis Söhne Soltan Walad und Alaeddin Jalabii stammen aus dieser Beziehung.

 

Die Lehre Rumis basiert darauf, dass er die Liebe als die Hauptkraft des Universums ansieht. Genauer gesagt ist das Universum ein Harmonisches Ganzes, in dem jeder Teil mit allen anderen in einer Liebes-Beziehung steht, die wiederum einzig und allein auf Gott gerichtet ist und nur durch seine Liebe überhaupt Bestand haben kann.

Der Mensch, der als ein Teil dieses harmonischen Ganzen geschaffen ist, kann die Harmonie mit sich selber und dem Universum nur dann erreichen, wenn er lernt, Gott zu lieben. Seine Liebe zu Gott wird ihn dann dazu befähigen, nicht nur seine Mitmenschen, sondern auch alle Dinge, die von Gott geschaffen sind, lieben zu können.

Seine in persisch gehaltenen Gedichte bezeugen ein einzigartiges, dem Wesen des Islam wohl am nächsten gekommenes, Gottesbild, eine bezaubernde Interpretation der Einheit Gottes (Touhid) :

 

Du bist der Schreiber und die Schrift bist du,
Tint' und Papier und Schreibestift bist du.

    Du bist die Sternenschrift am Himmel dort,
    Im Herzen hier die Liebeschrift bist du.

        Das Blatt, das treibt, das ausgetriebne Lamm,
        Der Trieb, der Treiber und die Trift bist du.

            Du bist die Ruh', die Unruh' bist du auch,
            Das Gift und auch das Gegengift bist du.

                Du Ebb' und Flut, Windstill' und Sturm und Meer,
                Schiffbruch und Schiff, und der drin schifft, bist du.

                    Was kann ich treffen? was kann treffen mich?
                    Was trifft der Sinn, und was ihn trifft, bist du.

 

 

Rumis Werke:

 

Mathnawi,

Das  berühmteste Werk Rumis stellt sein Mathnawi (gespr. Masnawi) genannt Mathnawie Ma´nawi dar. Das Wort Mathnawi stammt aus der arabischen Wurzel thana  und bedeutet doppelt, ein Hinweis auf den verwendeten Doppelvers. Es entstand  in einem Zeitraum von 43 Jahren und umfasst 6 Bücher mit insgesamt 26.000 Doppelversen. Der Inhalt basiert auf religiösen Inhalten, Anekdoten, Lebensweisheiten, die Geschichte der Propheten des alten Testaments, den Aussagen des Koran und Überlieferungen des Propheten Mohammad.

 

 

Diwan,

Das neben dem Mathnawi berühmteste Werk Rumis stellt sein Diwan dar. Es entstand vermutlich in einem Zeitraum von 30 Jahren ab dem Jahre 1243 bis zu seinem Tod. Dieses gigantische Werk enthält die lyrische Dichtung Rumis und besteht aus Ghaselen und Vierzeilern in Form der Rubaei.

Es stellt eine umfassende Behandlung der Liebe als Thema und Lebenssinn dar. Der Diwan besteht aus rund 2.000 Ghaselen (ungefähr 21.000 Verse) sowie rund 1.700 Vierzeiler (ungefähr 3.500 Verse). Somit umfasst der Diwan rund 25.000 Verse. 

Der Diwan ist ebenso wie das Mathnawi auf persisch verfasst. Der Diwan enthält 21 verschiedene Versarten. Die Ghaselen jeder Versart  sind jeweils zu einem Diwan zusammengefasst. Die Vierzeiler bilden einen Diwan für sich.

 

Der berühmte Orientalist  Reynold A. Nicholson war der erste westliche Wissenschaftler, der eine Auswahl aus dem Diwan übersetzte. Er veröffentlichte im Jahre 1898,  48 Gedichte in einer zweisprachigen Ausgabe bei Cambridge University Press. Zuvor hatte der Dichter Friedrich Rückert (1788-1866) Ghaselen von Rumi ins Deutsche übertragen.

 

In den Ghaselen des Diwan zeichnet Rumi manchmal mit dem Namen Salaheddin (einem Freund aus Konya) im allgemeinen aber mit Schams aus Tabriz (Lehrer und Inspirator Rumis) . So ist Rumis Diwan auch als »Diwane Schamse Tabrizi« bekannt.

 

Schams’ Ankunft in Konya und seine Begegnung mit Rumi wird folgendermaßen geschildert:

Als Schams nach Konya kam, begab er sich zu einer Karawanserei der Reis- und Zuckerhändler. Schams saß dort auf einer Holzbank. Zufällig kam auch Rumi hinzu und setzte sich auf eine Bank ihm gegenüber.

Nach einer Weile entwickelte sich folgendes Gespräch:

Schams: »Wer ist größer: der Prophet Mohammad oder Bayazid Bastami?«

Rumi: »Was ist das für eine Frage? Natürlich Mohammad. «

Schams: »Schön und gut, aber Mohammad sagt: ›Weil mein Herz einrostet, bitte ich Gott jeden Tag siebzig Mal um Vergebung meiner Sünden.‹ Bayazid hingegen sagt: ›Ich erkläre mich für frei von Fehlern und Schwächen. Wie gewaltig ist meine Erscheinung.‹ Und er sagt weiter: ›In meinem Umhang befindet sich nichts anderes als allein Gott.‹ Was sagst du dazu?«

Rumi: »Der Prophet Mohammad durchschritt jeden Tag siebzig Entwicklungsstufen. Immer wenn er eine neue Stufe erreichte, bat er Gott um Vergebung seiner Sünden. Bayazid hingegen verharrte stets auf ein und derselben Stufe und sprach diese Worte im irrigen Glauben, bereits die höchste Stufe erreicht zu haben.«

Als Schams Rumis Worte vernahm, war ihm klar, dass sein Gegenüber die Prüfung erfolgreich bestanden hatte. Gemeinsam zogen sie sich zwecks stiller Einkehr und Zwiesprache für insgesamt sechs Monate in das Haus des Goldschmieds Salaheddin, eines Freundes von Rumi, zurück. Rumis Persönlichkeit wurde so einer völlig neuen geistigen Sintflut ausgesetzt, sein Leben vollends verändert.

 

Joseph von Hammer-Purgstall über Rumi:

Auf den Flügeln der höchsten religiösen Begeisterung, welche hoch erhaben über alle äußeren Formen positiver Religionen, das ewige Wesen in der vollkommensten Abgezogenheit von allem Sinnlichen und Irdischen als den reinsten Quell des ewigen Lichtes anbetet, schwingt sich Moulana (Rumi) nicht wie andere lyrische Dichter, und selbst Hafis, bloß über Sonnen und Monden, sondern über Zeit und Raum, über die Schöpfung und das Los, über den Urvertrag der Vorherbestimmung und über den Spruch des Weltengerichtes in die Unendlichkeit hinaus, wo er mit dem ewigen Wesen als ewig Anbetender, und mit der unendlichen Liebe als unendlich Liebender in Eines verschmilzt.

 

Friedrich Rückert über Rumi:

Im Osten steht das Licht, ich stehe im West,
Ein Berg, an dessen Haupt der Schein sich bricht.
Ich bin der Schönheitssonne blasser Mond
Schau weg von mir, der Sonn' ins Angesicht!
Dschalaleddin nennt sich das Licht im Ost
Des Widerschein euch zeigt mein Gedicht.

 

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