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Poesie: Friedrich Rückert

Poesie: Friedrich Rückert - Gedichte

 

Friedrich Rückert wurde am 16. Mai 1788 in Schweinfurt geboren.

 

Nachdem er auf der lateinischen Schule in Schweinfurt die akademische Vorbildung erhalten hatte, begann er 1805 zunächst ein Studium der Rechte an der Universität Würzburg, wandte sich jedoch bald bis 1809 ausschließlich dem Studium der Philologie und Ästhetik zu.

 

Im Herbst 1817 reiste Rückert nach Italien, wo er den größten Teil seiner Zeit Kontakt mit deutschen Künstlern pflegte, die sich in Rom aufhielten, und kehrte 1818/1819 über Wien, wo er bei Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856) Persisch gelernt hatte, in die Heimat zurück

 

Friedrich Rückert verdanken wir nicht allein sehr poetische Übersetzungen und Nachdichtungen - es gelang diesem genialen Sprachmagier, in seinen eigenen Gedichten orientalische Versformen wie das Ghasel kunstvoll ungekünstelt einzudeutschen.
 

Rückert begann nach erstem klassischen Sprachunterricht in seiner Vaterstadt Schweinfurt 1818 sein Studium orientalistischer Sprachen in Wien, wo er auch bei Prof. Hammer-Purgstall studierte. In Rekordzeit erlernte dieses Sprachgenie Türkisch, Persisch und Arabisch, und nach der Rückkehr in die Heimat widmete er sein Leben dem eignen Dichten und dem Übersetzen von Poesie aus 40 Sprachen, vor allem Persisch, Arabisch und den indischen Sprachen.
 

Dank seiner außerordentlich umfangreichen und profunden Kenntnis der orientalischen Sprachen und Kultur gelangen Rückert Übersetzungen, die nicht nur genauestens den Ideengehalt vermitteln, sondern im Deutschen auch die poetische Form der Originale widerspiegeln und wie "deutsche Gedichte" klingen.
 

Aus dem Arabischen übersetzte er neben Teilen des Korans und Überlieferungen des Propheten auch andere Werke, u.a. die Hamasa (Gedichtband von Abu Tamam), Mu'allaqat und Imru'I-qais. Seine Übersetzung der meisterlichen arabischen Makamen des Abu Mohammed al-Kasim ibn Ali al-Hariri (1054-1122) gilt als ebenso schön wie das Original.
 

Von den mehr als 100000 Versen, die Rückert übersetzte, sind die aus dem Persischen - seiner Lieblingssprache - die berühmtesten. 1821 veröffentlichte er die erste Sammlung von 44 Ghaselen von Moulana Dschalaleddin Rumi, worin er erstmals die Ghaselenform im Deutschen benutzte.

 

Hafez war zweifellos Rückerts Lieblingsdichter, dessen Werke er bis zum letzten Tag seines Lebens las, aber Rückert hielt die gesamte persische Poesie für hervorragend und übertrug mehrere umfangreiche Werke ins Deutsche. Er machte sich sogar an die gewaltige Aufgabe einer Übersetzung des persischen Versepos' Schahname von Ferdousi. 1838 erschien die freie Nachdichtung Rostam und Sohrab in zwölf Büchern.
 

Anschließend beschäftigte er sich mit einem anderen der ganz großen persischen Dichter, Saadi. Er übersetze dessen Ghaselen und Qasiden sowie längere Werke. Aus dem noch unveröffentlichten Nachlass zu schließen, arbeitete er auch an den Versepen von Nezami.
 

Zwischen 1846 und 1852 erschienen einige Ghaselen und Fragmente des Dichters Dschami und danach seine Übersetzung und Kommentar zum 7. Buch des Haft Gulzum, eines indo-persischen Werks über Metrik und Rhetorik.
 

Die Beschäftigung mit der persischen Poesie beflügelte Rückert zur Komposition zahlreicher wunderschöner eigener deutscher Gedichte, die er als Östliche Rosen oder Liebesfrühling u.a. veröffentlichte.
 

Friedrich Rückert starb am 31. Januar 1866 in Neuses.

 

 

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