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Poesie: Ferdousi

 

 

Abo l-Qasem-e Ferdousī wurde 941 in Baz im Bezirk Tus in der iranischen Provinz Khorasan geboren und starb 1020 in Tus.

Er ist einer der wichtigsten und größten persischen Dichter. Sein Hauptwerk, die Schahnameh oder Königsbuch umfasst mehr als 50.000 Verse und ist damit doppelt so umfangreich wie Homers Epen und zwanzigmal so lang wie das Nibelungenlied.

 

Shahnameh- Buch der Könige

 

Ferdousi brauchte über 30 Jahre für die Verfassung der Shahnameh. Dieses Epos beginnt mit der Regentschaft Kiyumars über die Welt und damit dem Anbeginn der Schöpfung gemäß persischer Mythologie und endet mit dem Niedergang des Sassanidenreiches. Neben den Sagen und Berichten über die Königreiche, Regentschaften und Kriegen, hier vor allem die jahrhundertlange Auseinandersetzung zwischen Iran und Turan  werden außerdem scheinbar nebensächliche Geschichten erzählt die der Schahnameh besondere Schönheit verleihen. Die Geschichten von Zal und Rudabeh, Rostam und Sohrab, Bijan und Manijeh, all sie haben Generationen von Iranern geprägt.

 

Dieser gewaltige Zeitraum wird beginnend mit den mythischen Urkönigen in fünfzehn Königsherrschaften eingeteilt, wobei die Ausführlichkeit der Schilderung oft nicht der Dauer der Abschnitte entspricht. Die Heldenepoche beginnt mit dem Aufstand des Schmiedes Kaweh. Dies ist der bedeutendste Teil des Schahnameh. In ihm treten Helden wie Kaweh, sein Sohn Quaren, Garasp, Sam und Nariman auf. Der bedeutendste dieser Helden ist jedoch Rostam, ein legendärer Fürst aus Zabolistan (Sistan), von dem ausführlich erzählt wird. Seine Kämpfe mit dem Turaner Afrasiab, den Diws in Mazandaran, seine sieben Abenteuer und besonders der Kampf mit seinem Sohn Sohrab, den er unerkannt erschlägt, gehören zu den schönsten und bedeutendsten Passagen im Schahnameh. Die Kriege und Kämpfe stehen im Vordergrund und werden in überschwänglichen Bildern geschildert. Die Kräfte der Helden gehen ins Wunderbare. Die historische Epoche beginnt mit König Darios, der von Alexander dem Großen besiegt wird. Zu den bedeutendsten Episoden dieses Teils zählen die nichtiranische Alexandersage, die sagenhafte Geschichte von Ardaschir-e Babakan, dem Gründer der Sassaniden-Dynastie, von Shapour, von Bahram-e Gur u. v. a. In diesem Teil werden geschichtliche Ereignisse und Persönlichkeiten, aber auch das soziale und kulturelle Leben geschildert. Die Darstellung ist viel nüchterner und realistischer als in den beiden vorhergehenden Abschnitten. Der Dichter fügt auch immer wieder eigene Gedanken über die Vergänglichkeit der Welt ein.

 

 

 

Seite aus dem am kostbarsten ausgestatteten aller königlichen Exemplare des „Buches der Könige" von Schahs Tahmasp Herrschers aus der Dynastie der Safawiden, vollendet um 1540,  in der Hand des New Yorker Metropolitan Museum.

 

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